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Gottesdienst am 8. Sonntag nach Trinitatis
2. August 2020, 11.00 Uhr

Text: Matthäus 5,13-16 – „Ihr seid das Salz der Erde.“
Inselpastor Christian Neumann

Live-Mitschnitt aus der Inselkirche am 2.8.2020

 

 

  • Glockenläuten
  • Orgelvorspiel (H. Wilhelmi: Choralvorspiel zu „Gott gab uns Atem“ )
  • Begrüßung
  • Gebet
  • Lied: EG 182, 1-2+3-4 1Halleluja. Suchet zuerst Gottes Reich
  • Lesung im Wechsel: Matthäus 5,13-18
  • Glaubensbekenntnis
  • Orgelmusik: Hermann Wilhelmi: Choralvorspiel zu „Strahlen brechen viele aus einem Licht“
  • Predigt
  • Lied: Ihr seid das Salz dieser Erde 
  • Abkündigungen
  • Fürbittengebet und Vaterunser
  • Segen
  • Orgelnachspiel (Hermann Wilhelmi: Choralvorspiel zu „Herr, wir bitten: Komm, und segne uns“)

Mitwirkende

  • Predigt: Inselpastor Christian Neumann
  • Lesungen: Andrea Lueg
  • Orgel: Kurkantor Hermann Wilhelmi
  • Kirchenvorstand: Ulrike Bieneck
  • FreizeithelferIn: Anja Müller u. Robin Jonas
  • Küster/Kamera: Dominique Seifert
Orgelvorspiel
Begrüßung
Gebet

Der Friede des Herrn sei mit uns allen. Amen.

herzlich willkommen hier in der Inselkirche zum Gottesdienst am 8. Sonntag nach Trinitatis.

„Ihr seid das Salz der Erde“, ist dieser Gottesdienst überschrieben.
Auf der Insel sagt man:
Als Gott Langeoog geschaffen hat, muss er sehr verliebt gewesen sein.
Luft und Wasser sind ja völlig versalzen…

Urlaubszeit gibt Würze ins Leben.
Schöne Erinnerungen möchten wir gern konservieren.
Wo alles fade ist, soll Leben rein.

Jesus sagt: Ihr seid das Salz der Erde.

Schön, dass ihr Euch nicht an den Strand verkrümelt habt, sondern wir miteinander Gottesdienst feiern, hier in der Kirche und zuhause an den Geräten,
dass wir gestärkt miteinander leben und lebendig miteinander glauben können.

Lasst uns diesen Gottesdienst feiern
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Gebet

Guter Gott,

bevor wir das Licht der Welt erblicken,
ist es schon in uns.
Ehe wir auf den Geschmack des Lebens kommen,
hast Du uns schon mit eigener Würzkraft begabt.

Du willst, dass wir Licht weitergeben an die, die im Schatten sind.

Wo das Leben fade wird, sendest Du uns als Prise Deines Himmels.

So stärke und heute mit Deinem Wort.
Erleuchte und mit Deinem Licht.
Lass uns Deinen Spuren des Lebens heute folgen.
Das bitten wir in Jesu Namen.
Amen.

Lied: EG 182, 1-2+3-4 1Halleluja. Suchet zuerst Gottes Reich
  1. Halleluja
  2. Suchet zuerst Gottes Reich in dieser Welt, / seine Gerechtigkeit, Amen. / So wird euch alles von ihm hinzugefügt. / Halleluja, Halleluja.
  3. Ihr seid das Licht in der Dunkelheit der Welt; / ihr seid das Salz für die Erde. / Denen, die suchen, macht hell den schweren Weg. / Halleluja, Halleluja!
  4. Ihr seid das Volk, das der Herr sich ausersehn. / Seid eines Sinnes und Geistes. / Ihr seid getauft durch den Geist zu einem Leib. / Halleluja, Halleluja.
Lesung: Matthäus 5,13-18 (gemeinsam u. im Wechsel gesprochen)

Eine/r Jesus sprach zu seinen Jüngern:

Alle     Ihr seid das Salz der Erde.

1         Wenn nun das Salz nicht mehr salzt,
            womit soll man salzen?

2         Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet
            und lässt es von den Leuten zertreten.

Eine/r Und er sprach weiter:

Alle     Ihr seid das Licht der Welt.

1         Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt,
            nicht verborgen bleiben.

2         Man zündet auch nicht ein Licht an
            und stellt es unter einen Scheffel,
            sondern auf einen Leuchter,
            so leuchtet es allen, die im Hause sind.

Alle     So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten,
            damit sie eure guten Werke sehen
            und euren Vater im Himmel preisen.

            Amen.

Glaubensbekenntnis (die Gemeinde erhebt sich)
Orgelmusik: Hermann Wilhelmi: Choralvorspiel zu „Strahlen brechen viele aus einem Licht“
Predigt

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

I. Ihr seid das Salz – Gott braucht dich

„Ihr seid das Salz. Ihr seid das Licht“, sagt Jesus.  

I h r, ihr hier in der Kirche! — Wir? — Ja, Ihr! …

Manche gucken ein bisschen verwirrt oder lächeln verlegen. Wir alle? Also auch ich?!

„Das kann nicht sein“, mag mancher denken. „So fühle ich mich gerade gar nicht“, wird eine einwenden.
Jetzt nicht. „So hat es Jesus wohl nicht gemeint.“  

Und wenn doch? Wenn das nicht nur eine alte Geschichte ist? Wenn es sich nicht nur um ein Zitat handelt, um etwas, was Jesus vor langer Zeit einmal gesagt hat? Wenn er heute tatsächlich uns damit meint:  Wir – das Salz der Erde, wir das Licht der Welt? Wir alle wissen, solch ein Gottesdienst ist nicht irgendeine kulturelle, literarisch-musikalische Veranstaltung.
Sie hat mit uns zu tun. Wir sprechen zwar gerne von Gottesdienst-Besuchern und halten damit einen gewissen Abstand. Tatsächlich sind wir nicht Gäste, sondern Teilnehmende, Menschen die mitsingen oder -summen, mitbeten, die sich ziemlich direkt anreden lassen.
Menschen, mit denen Gott redet und die ihm antworten, durch Gebet und Lobgesang, wie Luther das formuliert hat.
Wer hier hereinkommt, wer sich hier dazusetzt, ist Teil der Mitwirkenden.

Wollen wir das – so nah?  Wir ahnen, dass man uns vereinnahmen will. „Ich wollte ja eigentlich nur hier sitzen und ein paar wohltuende Worte hören und schöne Musik, ein bisschen Gemeinschaft.“ Wir fragen: Wozu ist das gut? Was bringt mir das? Und die Frage ist berechtigt, auch wenn es häufig nur um die augen­blickliche Lust oder Unlust geht.

Heute dreht Jesus den Spieß um: Nicht wir fragen, was wir wollen. Er stellt einfach fest: Ihr seid das Salz, ihr seid das Licht. Es geht nicht darum, ob wir Gott brauchen. Gott braucht uns. 

II. Was das Salz kann

Salz? Warum Salz?
Wir alle kennen die Wirkungen des Salzes. Eine Prise in die Suppe oder auf die Pommes, bringt einfach auf den Geschmack.
Salz konserviert und war vor den Gefrierschränken die beste Methode, um durch Pökeln in unterschiedlichen Varianten Fleisch und Fisch haltbar zu machen.
Salz schmelzt, was im Winter oftmals eine vereiste Treppe oder ganze Straßen sicherer macht. Und mit den Salzen stellt die Molkerei meinen favorisierten Schmelzkäse her.

Salz ist lebensnotwendig.  Ich hab’s nachgelesen: Natrium und Kalium sind wichtig für unsere Nerven und Muskeln: sie ermöglichen den Aufbau der elektrischen Spannung. Chlorid ist Bestandteil der Magensäure, also wichtig, dass wir das, worauf wir herumkauen, anständig verdauen können. Die Folgen von Salzmangel sind: Schwindel, Gleichgewichts- und Orientierungsstörungen. Die Bewegungen sind verlangsamt, die Sturzgefahr steigt.
Daher war das Salz einst kostbar wie Gold und Geld, was unsere Wörter vom „Sold“ oder „Salär“, die jemand bekommt, noch andeuten.
„Du bist Salz“, spricht Jesus. Du hast Geschmack und kannst auf deine Art das Leben würzen. Du vermagst ein vereistes Herz aufzutauen. Du bist wichtig für die Balance und Orientierung, ja lebensnotwendig in dieser Welt. So kostbar hält Gott dich, unendlich wertvoll, hochgeschätzt, mehr als das Gold.

III. Das Meer in uns

Seinen Heiratsantrag hat er ihr auf der Insel gemacht, erzählt er im Traugespräch. „Ich habe vor Freude so geweint“, ergänzt sie strahlend, „ich war mir von Anfang an sicher: Er ist es. Und endlich hat er es auch gesagt.“  – „Ja, die Tränen sind nur so gerollt. Ich hab sie ihr alle weggeküsst“, sagt er stolz, „sie haben richtig nach Salz geschmeckt“.

Tränen und auch Schweiß schmecken nach Salz. Liebende stört der Geschmack nicht. Salz gehört zum Leben wie die Liebe.

Tränen schmecken nach Salz. Warum?

„Das kann ich Dir erklären“, sagt ein Freund, der Physiker und Mediziner ist. „Das liegt daran, dass der ganze Ozean in uns ist“. – „Der Ozean in uns“?  - „Ja, die Zusammensetzung des Salzes im Meer ist dieselbe wie im Körper eines Menschen. Schon die ersten Meere auf der Welt waren Salzmeere, ehe es überhaupt Lebewesen gab“, erläutert er.
„Dann verstehe ich die Schöpfungsgeschichte in der Bibel noch mal neu“, sag ich, „Erst waren die Meerestiere da, dann die Landtiere und dann der Mensch. Alles Leben kommt aus dem Meer“. Dann bin ich ja durch dasselbe Salz mit dem Ur-Meer verbunden, mit dem Beginn der Schöpfung Gottes. Eine aufregende Erkenntnis. Und mit den Tieren bin ich auch durch dasselbe Salzwasser verbunden.

Ich ahne, warum das Meer viele so fasziniert und man stundenlang am Strand spazieren oder einfach nur auf die Wellen bis zum Horizont schauen kann. Ebbe und Flut bewegen uns, eine innere Harmonie wird angeregt. Ein- und Ausatmen. Auch das ist wichtig, lebensnotwendig, besonders wenn es keine Freudentränen, sondern Tränen der Trauer sind.

IV. Wenn das Salz dumm wird

„Ihr seid das Salz der Erde.“
Die meisten Ausleger betonen den Indikativ, die Aussage, den Zuspruch, den Vertrauensvorschuss Jesu. Wir kennen nur Salz, das gar nicht anders kann, als zu salzen. Selbst wenn auf der Packung im Supermarkt ein Mindesthaltbarkeitsdatum steht.

„Wenn aber das Salz nicht mehr salzt, schüttet man es weg und lässt es von den Leuten zertreten.“
Aus heutiger Sicht erscheint diese Aussage widersinnig. Salz, das nicht mehr salzt, kennen wir nicht. Jesus spricht vor dem Hintergrund der Salzgewinnung im damaligen Palästina: Salz gewonnen aus dem Toten Meer. Es war nicht aufwändig gereinigt, weiß und klar. Es hatte andere Bestandteile, Verunreinigungen. Wenn sich dann nach einiger Zeit, z.B. durch Feuchtigkeit, das Salz auflöste, blieben diese Substanzen übrig.
Das Salz war unbrauchbar geworden.

Wörtlich steht dort im Griechischen: „Wenn aber das Salz dumm  wird…“ (moraino) Dasselbe Wort, mit dem Paulus von der „Torheit der Welt“ im Gegenüber zur „Weisheit Gottes“ spricht. Wenn aber das Salz dumm wird, und sich auflöst. Wenn du dich für unbrauchbar hältst, deine Gaben vergeudest.
Wenn auch die Christenmenschen sich auflösen in dem, was alle Welt sagt, zu wissen oder zu glauben meint.
Seid nicht dumm!

„Lasst Euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen“ – nicht, damit ihr gut dasteht, nicht um Anerkennung zu bekommen, nicht damit genug Kirchensteuerzahler bleiben, sondern damit die Menschen „euren Vater im Himmel preisen.“  Sie sollen Gott loben, wenn sie euch sehen und hören. Werdet kein dummes Salz. Das ist die Herausforderung dieses Sonntags.

V. Eine Prise genügt

„Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“

Ist es die Überforderung dieses Sonntags? In seiner Predigt hat Jesus zuvor etwas Wichtiges getan. Er hat seine Mitwirkenden zuvor „seliggepriesen“.
Die ihren Glauben für klein hielten, denen hat er das Himmelreich zugesagt. Denen, die Leid tragen, den Trost.
Den Hungrigen und Durstigen die Fülle. Denen, die auf Barmherzigkeit setzten, das ganze Erdreich. Den Friedensstiftern die Kindschaft Gottes. Den Kleinen und Geringen und Armen sprach er die Nähe des Himmels zu: „Selig seid ihr!“

Das Salz wirkt schon im Geringen. Eine Prise genügt. Ihr sollt niemandem die Suppe versalzen. Aber dosiert wirken, wo das Leben fade ist. Ein himmlisches Spurenelement.

So sei, was du bist. Salz der Erde. Licht der Welt. An dem Ort, an dem du lebst. Zur Zeit, in der dein Leben diese Erde würzen kann.

Der kleine Salzstreuer vor euch soll euch daran erinnern.
Wenn du morgens dein Frühstücksei mit den weißen Krümeln bestreust oder abends die Gurkenscheibe.
Lass dich erinnern. Das Wort Jesu ist darauf zu lesen:
„Ihr seid das Salz der Erde.“

Gott braucht dich.
Deine Prise Salz im Meer seiner Menschen. Deine Prise Salz in der Dummheit unserer Tage. Deine Prise Salz, die selig macht, und uns Gott loben lässt.  Amen.

Refrain:        Ihr seid das, ihr seid das Salz dieser Erde,
                        ihr seid das, ihr seid das Salz dieser Welt.
                        Wir sind das, wir sind das Salz dieser Erde.
                        Wir sind das, wir sind das Salz dieser Welt

  1. Salz in einer Wunde, brennt, tut ganz schön weh
    und es dauert Stunden, eh der Schmerz vergeht.
                Wunde Punkte heute, hier in dieser Welt
                gibt es, liebe Leute, mehr als uns gefällt.
  2. Menschen ohne Heimat kennen sich nicht aus,
    suchen hier bei uns Rat und auch ein Zuhaus‘.
                Doch wir lassen keinen mehr zu uns hinein,
                gleichen harten Steinen, da muss Salz hinein.
  3. Jesus will uns wecken, sitzt uns im Genick,
    will, dass wir anecken und schärft uns den Blick,
                legt in offne Fragen seine Finger rein,
                will, dass wir es wagen, endlich Salz zu sein.

                Text und Musik: Clemens Bittlinger
Abkündigungen (nach dem Lied nach der Predigt)

am 8. Sonntag nach Trinitatis –  2. August 2020

Fürbittengebet

Gebetsruf: Herr, erbarme Dich.

I.
Jesus Christus,
durch Dich wird unser Leben hell.
Du hast uns gezeigt, dass Gott uns liebt und vergibt,
dass er jede und jeden von uns als ein Kind annimmt.
In Dir, unserem Bruder und Freund,
entdecken wir das Licht der Welt, dass unser Leben heller und freundlicher macht.

Du traust uns zu, Deinen Spuren und Strahlen zu folgen. Mehr noch: so unvollkommen wir auch sind,
erinnerst Du uns daran,
dass wir selbst Licht der Welt, Salz der Erde sind.
Hilf uns dazu, zu werden, was wir sind.

Wir rufen gemeinsam: Sende dein Licht! 

II.
Jesus Christus,
Dein Vertrauen stärkt uns
und fordert uns zugleich heraus.
Oftmals aber scheuen wir uns davor zu zeigen,
aus welcher Kraft und Gefälle wir leben.
Wenn uns selbst jede Würze fehlt
und jeder ein Einfall fade wirkt,
wenn wir anderen die Suppe versalzen
oder sie in den Schatten stellen,
bitten wir Dich und rufen gemeinsam:

Sende dein Licht!

III.
Jesus Christus,
Dein Vertrauen stärkt uns
und fordert uns zugleich heraus.
Lass uns mutig die Hand ausstrecken,
wo andere Fäuste ballen.
Wir bitten für alle, die sich nicht von Gewalt und Streit provozieren lassen,

die nicht der Dummheit unserer Tage verfallen,
sondern fantasievoll friedliche Lösungen suchen.
Hilf uns allen, diese Welt in Deinem Sinne zu gestalten.
Wir rufen gemeinsam: Sende dein Licht! 

IV.
Jesus Christus,
Dein Vertrauen stärkt uns
und fordert uns zugleich heraus.
Lass uns aufmerksam auf die Bedürfnisse
unserer Mitmenschen schauen.
Wir bitten für alle, die am Bett eines anderen wachen,
die sich Zeit nehmen für andere,
die eine Tür öffnen, die lange verschlossen blieb.
Wir bitten für alle, die Licht und Würze in das Leben bringen und deren Namen wir jetzt in der Stille vor Dich bringen:

[Stille]

Wir rufen gemeinsam: Sende dein Licht!

So beten wir als Kinder des Lichts, wie Du es uns gelehrt hast:

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Uns vergib uns unserer Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herr­lich­keit in Ewigkeit.

Amen

Segen

Gott segne dich und behüte dich.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,

Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel


Ein Lied zum 8. Sonntag nach Trinitatis, ein Lied für diese Zeit

Singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen
Unter diesem Motto, wo der Gesang zur Ehre Gottes verstummt ja verboten ist, dachte
ich mir, schreibe ich jede Woche etwas zu einem Lied. Denn Lieder können so tröstliche
Begleiter sein und Halt geben in schwierigen und ungewissen Zeiten.. Also lassen Sie sich
begleiten von „. Suchet zuerst Gottes Reich in dieser Welt“.
Diesmal mal wieder das Lied aus der Inselkirche. Ein Ohrwurm, bei dem die Tiefe des
Textes immer etwas verloren geht.
1. Suchet zuerst Gottes Reich in dieser Welt, / seine Gerechtigkeit, Amen. /
So wird euch alles von ihm hinzugefügt. / Halleluja, Halleluja.
Wir werden Vor allem andern aufgefordert zum Suchen. Sollen uns also nicht zufrieden
geben mit der Welt wie sie ist. Wir sollen Gottes Reich und seine Gerechtigkeit suchen in
dieser Welt und Zeit. Eine nicht leichte Aufgabe aber wer sucht, bleibt in Bewegung, wer
sucht, dem treibt eine Hoffnung um und an. Genau um diese Hoffnung geht es im
Glauben. Ich glaube, unser Glaube lebt zu aller erst von dieser Hoffnung. Es issst nicht die
bloße Hoffnung auf eine bessere Zukunft und heilere Welt, es ist die Hoffnung auf den der
da war und ist und kommt, Jesus Christus.
Wer sich getragen weiß von dieser Hoffnung, der kann auch in dunklen Tälern, wo der
Gesang verboten ist, Halleluja singen und damit einstimmen in einen Ruf, der weltweit
gleich klingt. Halleluja, ein Hebräischer ruf, den alle Völker so übernommen haben. Ein Ruf
zum Lobe Gottes, der zu viel von seiner Leuchtkraft einbüßt, wenn man ihn übersetzt
2.Ihr seid das Licht in der Dunkelheit der Welt; ihr seid das Salz für die Erde. /
Denen, die suchen, macht hell den schweren Weg. / Halleluja, Halleluja!
Wer sich getragen weiß von dieser Hoffnung und das Halleluja in sich trägt, kann Licht
werden für andere, ihnen beistehen, sie trösten in schwerer Zeit und Hoffnung weiter
geben. Denn Hoffnung kann ansteckender sein, als dieser kleine Virus, der die Welt zur Zeit
in Atem hält.
3. Ihr seid das Volk, das der Herr sich ausersehn. / Seid eines Sinnes und Geistes. /
Ihr seid getauft durch den Geist zu einem Leib. / Halleluja, Halleluja.
Du und ich, wir sind getauft, wir gehören dazu, zu diesem von alters her suchenden und
wanderten Gottesvolk. Wir stapfen tapfer weiter in der Spur von Mose und den Propheten,
Christus und denen, die uns ihren Glauben vorgelebt haben. Getragen von der Hoffnung,
dass der, der da kommt auch schon im hier und jetzt bei uns ist.
Bleiben Sie auch in der kommenden Woche hoffnungsfrohe Suchende und stecken Sie
andere damit an, das wünsche ich uns für die neue Woche.

Kommen Sie gut durch diese Zeit.
Bleiben Sie behütet und gesund
Und singen Sie alleine
und im Geiste verbunden mit anderen.
Ihre Barbara Groote